Wie man sich selbst ein Bein stellt

Laut Aussage des Bundesverbands der Phonograpischen Wirtschaft wurden 2006 in Deutschland 27 Millionen Songs legal und 374 Millionen illegal heruntergeladen, was etwa einem Verhältnis von 1:14 entspricht. Das sind 226 Millionen weniger als noch 2003. Nimmt man diese Zahlen als gegeben hin, dann kann man unterschiedliche Schlüsse daraus ziehen.

So glaubt die IFPI tatsächlich, dass das Sinken der Anzahl illegaler Downloads hauptsächlich mit den verstärkten Bemühungen rechtlich gegen Konsumenten vorzugehen, zusammenhängt:

So sank die Zahl der illegalen Downloads von 2003 mit rund 600 Mio. auf 374 Mio. im Jahr 2006. Damit wurde der niedrigste Stand seit Beginn der aktiven Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen in Tauschbörsen im Jahr 2004 erreicht,[…]
Allein seit Jahresbeginn haben wir 15.000 Strafverfahren eingeleitet und werden diese Zahl bei Bedarf weiter erhöhen”, betonte Michael Haentjes,

und nicht etwa mit der besseren Verfügbarkeit von Download-Plattformen.

Bei Heise ist zu lesen:

Die Rate der Abmahnungen und Klagen will die Musikindustrie dabei deutlich über die zu Jahresbeginn angekündigten Zahlen erhöhen. “Wir werden viel mehr als 1000 illegale Downloader im Monat verklagen”, kündigte Haentjes an. Man erhoffe sich davon eine “deutliche Besserung des Absatzes im legalen Markt”.

Vielleicht kommt man ja auch irgendwann mal auf die Idee, dass ein Konsument sehr schnell merkt wenn er verschaukelt wird indem man ihm nur verkrüppelte Formate zur Verfügung stellt und dann irgendwann überhaupt nichts mehr kauft. Eigentlich hackt man doch nicht die Hand ab, die einen füttert…

Haentjes machte zugleich die Tendenz aus, “dass in bestimmten Fällen und unter bestimmten Bedingungen für einzelne Künstler” auf DRM verzichtet werde. Das Recht zum Einsatz der technischen Kopierblockaden wolle man sich aber erhalten. Seiner Ansicht nach dürfte es eine “Marketing-Maßnahme” bleiben, dass gewisse Tracks ohne DRM in den Markt gegeben werden.

Eine solche “Marketing-Maßnahme” findet am Wochenende bei Freenet statt: es werden 400.000 Songs im MP3-Format für 89 Cent das Stück angeboten. Wenn das keine Gelegenheit ist, sich legal mit preiswerten MP3s einzudecken und gleichzeitig zu zeigen, dass ein Bedarf für DRM-freie Musik da ist…

Stichworte: , , , , , , , , , ,

Schreib einen Kommentar