Digitale Musik verändert das Leben (ach!?)
Im aktuellen ECIN-Newsletter lesen wir:
Digitale Musik verändert das Leben
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Tragbare MP3-Player haben unser Leben verändert – lautet das Fazit einer Studie von (http://www.jupiterresearch.com) Jupiter Research. Denn die Aufmerksamkeit, die man der Musik schenkt, hat eine andere Qualität bekommen.
Geht man davon aus, dass hier eine höhere Qualität der Aufmerksamkeit gemeint ist (was der Folgesatz nahelegt), erinnert man sich augenreibend an eine Zeit mit aus dem Radio aufgenommenen und liebevoll von Hand beschrifteten Kassetten zurück (falls einer vergessen hat wie schön das war, vorgenanntem Link folgen), oder auch an das “Ritual” eine Schallplatte nach dem Kauf vorsichtig das erste Mal auf den Plattenteller zu legen und von vorn bis hinten durchzuhören (nur unterbrochen vom Wenden derselben). Ist es nicht vielmehr so, dass heute bei Nichtgefallen viel schneller zum nächsten Track “geskipped” wird und auch die Fluktuation der Favoriten ganz allgemein viel schneller von statten geht. Ob das nun gut oder schlecht ist und für wen, das soll mal im Raum stehen bleiben.
Aber auch die Quantität habe zugenommen, denn nach Einschätzungen der Experten stieg der Umfang der privaten digitalen Musik-Kollektionen in den letzten drei Jahren stetig. 18 Prozent der Konsumenten haben sogar mehr als 1.000 Songs auf ihrem Rechner.
Damit hätte man jetzt so aber auch nicht gerechnet…
Der Prozentsatz der unerlaubterweise kopierten Musik habe sich auf 25 Prozent erhöht.
Von welchem Prozentsatz und über welchen Zeitraum hat sich das zugetragen? Ohne diese Informationen entsteht für den sporadischen Leser das Bild: “durch die digitale Verbreitung von Musik wird immer mehr illegales Tauschen gefördert”. Das Verhältnis legaler Downloads zur gesamten Online-Musik-Verbreitung im Zeitverlauf wird nicht beleuchtet. Da es immer bequemer wird, online (und auch mobil) Musik zu erwerben und diese zu nutzen, ist eine Verschiebung in Richtung des illegallen Tauschs nicht zu erwarten. Allein der “Wettkampf” um die mit den höchsten Verkaufszahlen gespickte Pressemitteilung der Online-Download-Anbieter im deutschsprachigen Raum spricht da eine klare Sprache.
Konsumenten, die Ihre Möglichkeiten ausloten, online an Musik zu kommen, werden auch vor illegalen Angeboten nicht halt machen. Provokativ gesprochen, ist dies ein Gradmesser für die professionellen Anbieter von Musik, um zu ermitteln, ob ihre Systeme den Anforderungen der Zielgruppe entsprechen (mit der Prämisse, dass der Konsument versteht, was legale und illegale Musik-Angebote sind).
Mittlerweile betreiben über 60 Prozent der Nutzer eines tragbaren MP3-Players das so genannte Ripping, also das unerlaubte Kopieren von Musik.
Dass dann Rippen (das nebenbeibemerkt auch mit dem allseits beliebten Abspielprogramm iTunes möglich ist) mit dem “unerlaubten Kopieren von Musik” gleichgesetzt wird, überascht dann kaum noch…
