DRM-Visionen auf der IFA

Auf der IFA hat sich Musicload-Manager Joachim Franz zur Vision im digitalen Musikverkauf geäußert:

“Die Vision ist, einmal im Leben einen Song zu kaufen und von überall darauf zugreifen zu können”, sagte Franz. Wie viele Geräte für die freie Nutzung freigeschaltet werden können, müsse noch mit der Musikindustrie ausgehandelt werden.

Genau das ist die Zielvorstellung. Es wird allerdings nicht passieren, dass die Kunden die Vorstellungen diverser Manager erfüllen, und nur noch Musicload-”zertifizierte” Endgeräte kaufen. Die Endgeräte-Landschaft beim Konsumenten wird auch in Zukunft vielfältig ausehen: Ein Mobiltelefon mit Musikfunktion von Nokia, ein Player von iriver, ein Autoradio mit MP3-Abspiel-Funktion von Pioneer (vor dem Autokauf schon drin), ein oder mehrere Computer, eine HIFI-Anlage, DVD-Player am TV-Set…

Und mit all diesen Endgeräten möchte der Kunde möglichst unkompliziert seine einmal (online) gekaufte Musik nutzen. Ein Trend für die nächsten Jahre ist schon deutlich absehbar: Eine wesentlich bessere Vernetzung der Endgeräte. Den größten Fokus erhält erst mal die fließende Integration von Mobiltelefonen in den Musik-Konsumkreislauf, aber das ist nur der Beginn der Entwicklung:

Irgendwann wird es nicht mehr notwendig sein, Computer und Musik-Player per USB-Kabel zu verbinden und evtl. sogar noch eine spzielle Software zur Übertragung der Dateien zu installieren und dann die Dateien auszuwählen (bzw. auf CD zu brennen), sondern es wird vom Endgerät aus die Möglichkeit geben, die Dateien herunterzuladen/abzuspielen die man gerade hören möchte. Also quasi der flächendeckende Wandel von der Push- zur Pull-Technologie (zugegeben noch ein langer Weg bis dahin). Dem steht natürlich die Verwendung verschiedenst gearteter DRM-Technologien im Wege.

Wenn die Anbieter ihre eigenen Worte befolgen würden, ginge es allerdings schneller:

“Am Beispiel SMS hat sich eindrucksvoll die überwältigende Kundenakzeptanz und damit das wirtschaftliche Potenzial offener Standards gezeigt”, sagte T-Mobile-Manager Matthias Schröter. Je leichter der Kunde einen Service nutzen könne, umso eher sei er geneigt, darauf zuzugreifen.

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Außer vielleicht, dass die bisher übermächtige Konkurrenz von Musicload dem in nichts nachsteht mit der iTunes-Software und dem iPod. Auf die nächsten Schritte von Apple bin ich schon gespannt, vor allem ob und inwieweit sie ihre Platform für andere Anbieter/Endgeräte öffnen.

Wenigstens haben wir wieder ein neues Buzzword mehr im verbalen Köcher: „Open Mobile Alliance Digital Rights Management 2.0“, das übrigens seine eigene Abkürzung bereithält: OMA DRM V2.0 (nicht lachen, stimmt wirklich!), und ich nehme an, dass das nicht selbstkritisch gemeint sein soll ;-)

Quelle: zisch.ch

Update: weitere Infos zum Thema bei Heise

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