Zahlungsmethoden beim Online-Musik-Kauf

Durch die Markteinführung von eMusic in den europäischen Markt ist es mir wieder einmal aufgefallen. Ich habe schön öfter darüber nachgedacht, und ich verstehe es nicht: etliche Anbieter verlassen sich auch in Europa sehr stark auf die Verwendung der Kreditkarte als einziges Zahlungsmittel. Sind denen die unterschiedlichen Gegebenheiten zum amerikanischen Mutterland nicht bekannt?

Auch bei anderen Download-Shops wie bspw. Beatport.com, oder z.B. dem hierzulande ansässigen Vonyc (Download-Shop der Paul-van-Dyk GmbH) ist die Kreditkarte der einzige aufgeführte Weg zu Bezahlen im Bestellprozess. Allein in der Hilfe bei vonyc.com findet sich ein Hinweis:

Which payment methods are accepted?
next to the payment with credit cards (Visa, Mastercard) we accept transfers via Paypal and in special cases also by bank transfer.

As soon as the sum is paid and we receive the confirmation via bank statement, we will send you a voucher code to charge your vonyc.com account.

Gut, man kann also auch (theoretisch) per PayPal und Banküberweisung zahlen. Dort steht allerdings nicht, wie die Zahlung dem jeweiligen Nutzer-Konto zugeordnet werden soll, was eine durchaus berechtigte Frage jedes Kunden ohne Kreditkarte ist. Nur weil keiner danach fragt heisst nicht unbedingt, dass keiner danach sucht

Es geht nicht nur um die Menschen, die gar keine Kreditkarte besitzen (aus verschiedensten Gründen), sondern auch um solche, die nicht jedem Anbieter im Web Ihre Kreditkartennummer übergeben wollen. Genau in diesen Fällen könnte z.B. PayPal als “Puffer” zwischen den Seiten dienen (was ja auch eines der Werbe-Argumente von PayPal ist).

Ist es so schwierig die Zahlung per PayPal oder MoneyBookers in den Bestellprozess zu integrieren?

Provokativ gefragt: Sind die Zuwachsraten so gut, dass man auf “die paar User mehr” verzichten kann? Sind die Zuwachsraten so schlecht, dass es auf “die paar User mehr” auch nicht ankommt?

Leider habe ich keine Studien zum Thema gefunden (weder für D noch sonstiges Ausland, weder deutsch noch englisch), die aufzeigen, wie sich die Verkäufe einer eCommerce-Seite entwickelt haben, nachdem derartige Zahlungsmöglichkeiten eingerichtet wurden. Wer welche kennt, gerne in den Kommentaren unten posten.

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3 Kommentare »

  1. heyho Said,

    22. August, 2006 @ 00:40

    Findest Du es nicht bemerkenswert, dass in Deutschland nur ein Download-Anbieter mit iTunes konkurrieren kann… und zufälligerweise verfügt dieser Download-Anbieter über die meisten Bezahlverfahren (glaube ich)? Musicload ist allein durch die Tatsache, dass man dort als T-Online Kunde und via T-Pay als Telekom-Kunde über die Telefonrechnung abrechnen lassen kann, eine absolute Ausnahme. Und auch Firstgate spielt eine wichtige Rolle. Kreditkarte gibt’s auch. PayPal… keine Ahnung, wo das Problem liegt. Aber die von Dir erwähnten MoneyBookers kennt keine Sau… insofern: warum sind die attraktiv, wenn sie keine Nutzer haben?

  2. Gabi Said,

    22. August, 2006 @ 06:22

    @heyho:
    Ja, das ist bemerkenswert, daran wird sich auch nichts ändern, wenn andere z.B. eMusic sich nicht den Bedingungen hier “vor Ort” anpassen und zumindest Bankabbuchung anbieten, besser noch Paypal.

    Stimmt, Moneybookers ist nicht so verbreitet wie PayPal (kein Wunder beim Mutterunternehmen eBay…), ich wollte aber auch hier einen Alternativanbieter nennen. Dass die attraktiv sind, habe ich nicht gesagt, aber auf jeden Fall können Sie als Ausweichanbieter fungieren, für alle die, die eine Aversion gegenüber eBay haben oder aus anderen Gründen nicht mit PayPal arbeiten wollen.

    Wenn man einen Downloadanbieter wirklich nutzen will (besonders in Spartenbereichen) dann meldet man sich durchaus auch bei einem Dienst an, der nicht so bekannt ist (wenn das dann dazu führt, dass man auch ohne Kreditkarte bezahlen kann).

  3. heyho Said,

    22. August, 2006 @ 19:01

    @Gabi: Nicht falsch verstehen… ich habe nicht gegen Moneybookers ;) Ich glaube allerdings eher, dass die Hemmschwelle, einen neuen Bezahldienst auszuprobieren, sehr hoch ist - zumindest in unseren Gefilden. Bezahlen im Netz wird in Deutschland wesentlich kritischer betrachtet als z.B. in den USA. Die Kreditkarte gilt hier auch eher als unsicheres Zahlungsmittel, ist aber kein bisschen unsicherer als die Kreditkarte eines Amerikaners ;)

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