DRM pro und kontra
Auf wirhabenbezahlt.de ist ein interessantes “Zwiegespräch” zwischen Richard Joos aka “Korrupt” (Initiator der Kampagne “Wir haben bezahlt“) und Martin Fust vom Musikgroßhandel MFP zu lesen, zuerst Herr Fust:
DRM: Leider gibt es auf der Welt Leute, die der Meinung sind, sie müßten die Musik, die sie besitzen im Internet weiterreichen. Man kann verstehen, daß die Inhaber der Rechte das nicht gut finden. Ein Auto kann man ja auch abschließen, damit es nicht geklaut wird.
An dem Punkt kommen wir vermutlich nicht zusammen. DRM ist vollkommen witzlos, schlicht, weil es beliebig umgangen werden kann, spätestens am Lineout des Players. Was im Netz ist, ist DRM-frei im Netz und damit ein besseres Produkt als der kostenpflichtige Download. Kein DRM der Welt hat bislang auch nur ein Tauschbörsenrelease verhindert, und ich bin der festen Überzeugung, dass das Beharren auf DRM einzig auf Entscheidungsträger zurückzuführen sind, die technisch schlicht inkompetent sind und diese Tatsache einfach nicht begreifen. Das meine ich nicht einmal böse, man kann nicht von allen Leuten Expertise in allen Bereichen erwarten, und dass da ein “Aber wir brauchen doch einen Kopierschutz, sonst kopieren das doch alle, und sowas gibts doch auch, dann setzen wir das auch ein” - Gedankengang einleuchtend scheint, nun ja.
und zu CDs meint er:
Abspielbar sollten CDs eigentlich auf Geräten sein, die den CD-Standard beherrschen. CD-Laufwerke in Rechnern können den, nur die CDs nicht mehr. Das scheint mir vom falschen Ende her aufgezäumt. Und das Argument, man könne ja trotzdem kopieren… wenn mans denn eh kann, warum dann den Unsinn?
Ich halte das Interview mit Rede & Gegenrede vor allem für respektvoll von beiden Seiten, was ich mir viel häufiger wünschen würde in der Diskussion “pro und kontra” DRM. Hoffentlich lesen es auch die Unterstützer und Sympatisanten der Kampagne und natürlich auch die Gegner, damit man zumindest die Argumente der jeweiligen Gegenseite kennt, wenn man sie auch nicht übernehmen wird. Allzu häufig werden einfach Vorurteile und Phrasen übernommen und heruntergedroschen, ohne sich beim sinnlosen Massenkopieren mit der Thematik zu beschäftigen (ja, mindestens die Privatkopie sollte immer erlaubt sein).
Letztendlich geht es doch vor allem darum: Die Wertschätzung gegenüber der Musik zu erhalten und immer wieder neu beim Hörer zu erzeugen.
Ob die Songs dafür etwas kosten sollen oder kostenlos downloadbar gemacht werden können, durch DRM geschützt werden müssen oder nicht, mit exklusiven Beigaben kommen, nur bei speziellen Events verfügbar sind, mit Wasserzeichen versehen werden, für den Kunden customized werden (Yahoo/Jessica Simpson-Song), etc. pp. steht auf einem anderen Blatt.
Fakt ist aber auch: Das DRM wird jedoch zunehmend als unangenehme Fessel empfunden, die den Wert der Musik für den Kunden nicht steigert, im Gegenteil: er wird in der “Ausübung seines Musikgenusses” gehindert, indem sich die DRM-behafteten Songs nur sehr umständlich (oder garnicht) auf verschiedenste Player und Medien schreiben lassen. Das führt zu weniger Absatz online. PUNKT.
