Verkauf von MP3-Files über MySpace & Co.
Shawn Fanning, der Gründer von Napster, hat es bis jetzt nicht geschafft, mit seiner derzeitigen Firma SnoCap das 2002 gesteckte Ziel zu erreichen: illegalen P2P services zu helfen legal zu werden, indem sie die digitale Lizensierung und die Copyright-Verwaltungs-Service der Firma nutzen.
Aber die Firma bietet mittlerweile ein Flash-basiertes MP3-Shop-Widget für die eigene Website an und spezialisiert sich dabei auf Indie-Musiker. So nutzt die US-amerikanische Band TheFormat auf ihrer MySpace-Seite den Mini-Shop bereits, was dann so aussieht:

Leider ist es durch das Flash-9-Update für externe Anbieter von MySpace-Widgets nicht einfacher georden, weil dadurch keine Verlinkungen auf andere Server mehr möglich sind. Der SnoCap Mini-Shop scheint sich daran nicht zu stören, da die Anmeldung und Registrierung innerhalb der Anwendung abgewickelt wird (nur der Help-Link funktioniert nicht mehr).
Allerdings wird während der Anmeldung auch vermerkt: “You must have a U.S. billing address to complete this purchase“, was zwar immer noch die größte MySpace-Nutzergruppe darstellen dürfte, aber für Musiker die auch oder hauptsächlich Käufer in anderen Ländern erreichen wollen, wenig Sinn macht. Daher bleibt für diese nur zu hoffen, dass sich der Dienst bald weiterentwickelt und weltweite Nutzung ermöglicht wird. Vielleicht kommt aber auch alles ganz anders und MySpace schaut sich die Funktionalität ab und bietet das dann selber an…
Auf MySpace sieht der normale derzeit Player so aus:

Wenn der Link “Download” am jeweiligen Lied nicht anklickbar ist, dann gibts auch keinen Download, sondern nur das Anhören der Songs (natürlich cached der Flash-Player die Datei auch irgendwo, ist aber für die Masse zu umständlich).
Was mich schon seit einiger Zeit wundert, ist, warum die Firma hinter MySpace (News Corp.) sich nicht den zusätzliche Einnahmequelle erschließt und es Künstlern ermöglicht,ihr eigenes Material über die Plattform zu verkaufen. Die Dateien sind hochgeladen, der Player existiert (müsste nur um die Option “buy” und einen Warenkorb erweitert werden) und das Zielpublikum ist auch reichlich vorhanden. Der Verkauf könnte über PayPal oder Google Checkout o.ä. abgewickelt werden…(btw: was ist eigentlich aus den Verhandlungen von MySpace mit Google und Microsoft geworden?)
Das einzige Problem das ich sehe, sind illegale Uploads von Files, die dann zum Verkauf genutzt werden könnten (z.B. auf nichtoffiziellen Fanseiten von etablierten Künstlern) aber das Problem besteht auch schon jetzt mit den Abpiel- und Download-Möglichkeiten. Also nichts grundsätzlich anderes.
Quelle: mica filter
Update: Nun ist zumindest schon mal klar, was aus den Verhandlungen zwischen MySpace und Google geworden ist: eine 3jährige Partnerschaft wurde vereinbart. Google liefert die Suchtechnologie an FOX Interactive Media, die dann für die Einbindung auf Ihren Seiten (wie auch MySpace) den “Grossteil” der dadurch generierten (Werbe-)Einnahmen erhalten. Google stellt wohl sicher, dass es ca. 900 Millionen $ werden, bei bestimmtem Traffic.
