Abmahnung von iTunes, Musicload & Co. richtig?
Die Zeit schreibt in ihrer Online-Ausgabe über die vor ca. zwei Wochen vom Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) wegen “unklarer Vertragsbedingungen” abgemahnten kostenpflichtigen Musikportale:
“Die Maßnahmen der Musikindustrie sind leider eher dazu geeignet, Kunden zu verschrecken als professionelle Raubkopierer zu treffen”, sagt der stellvertretende Bundesvorstand des Verbaucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Patrick von Braunmühl.
genau, und weiter:
Selbst wo es keine technischen Probleme gibt, steht der Verbraucher den Vertragsbedingungen der Online-Shops ratlos gegenüber. So untersagt es das Online-Musikportal iTunes seinen Kunden, den Kopierschutz der Dateien zu umgehen. Die zugehörige Software iTunes erlaubt jedoch das Entfernen des Kopierschutzes: Man muss die Datei auf CD brennen und anschließend wieder importieren. Wird der Kunde vertragsbrüchig, wenn er iTunes auf diese Weise nutzt? Selbst Juristen blicken da nicht mehr durch.
Auch wenn sich einige Apple-Fans (vermutlich zufriedene iTunes-Nutzer) bereits über das Vorgehen des vzbv aufgeregt haben, bleibt die Untersuchung der Vetragsbedingungen im Sinne der Nutzer trotzdem richtig: Die Position des Kunden im DRM-Dschungel zu stärken führt zu mehr Absatz, denn die Nachfrage nach stabilen und interoperablen Lösungen beim Endkunden ist durchaus da. Die großen Anbieter verspielen ihren Bonus durch das zu enge Korsett, das sie dem Kunden versuchen anzulegen.
Letztendlich wollen Nutzer die Einfachheit der Benutzung und möglichst die Ware sofort. Illegale weil nicht lizensierte Downloads über diverse Clients decken nicht den Massenmarkt ab, solange Mechanismen existieren, die es den Nutzern emöglichen, die Musik einfacher, schneller und komfortabler auf legalem Wege zu bekommen.
Wie Cory Doctorow kürzlich in der Information Week schrieb:
Apple sold a billion tracks in three years in spite of its DRM, not because of it. No Apple customer bought an iTune because of the DRM. What’s more, every track in the iTunes music store can be downloaded for free from P2P networks. Apple proves that you can sell music without DRM all day long — all adding DRM to Apple’s music does is give Apple the ability to abuse its customers and its partners from the labels.
oder auf deutsch (sinngemäß):
Apple hat eine Milliarde songs in drei Jahren verkauft, trotz des DRM, nicht deswegen. Kein Apple Kunde hat einen iTunes-Song gekauft wegen des DRM. Außerdem kann jeder Song aus dem iTunes-MusicStore auch kostenlos aus den P2P-Netzwerken geladen werden. Apple beweist jeden Tag aufs neue, dass man Musik ohne DRM verkaufen kann — alles wozu das Hinzufügen von DRM zu Apples Musik dient, ist Apple die Möglichkeit zu geben, seine Kunden und seine Partner von den Labels auszunutzen.
Und entgegen dem häufig angeführten Tauschargument: Mit dem Bezahlen der Ware Musik steigt auch die Wertschätzung derselben. Die Weitergabe gekauften (auch DRM-freien) Materials wird nicht so leicht praktiziert, wie das Kopieren der 3 illegal kopierten DVDs randvoll mit MP3s (die sich nachher doch keiner anhört).
Quellen: Zeit online, InformationWeek

webmusicbiz.de Said,
11. August, 2006 @ 22:25
DRM pro und kontra
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